Das war es jetzt also (erstmal). Meine Elternzeit ist vorbei, Anfang September starten wir mit der Kita-Eingewöhnung, im Oktober sitze ich wieder im Büro – für 30 Stunden in der Woche. Nach etwas über 14 Monaten als „nur“ Mama beginnt wieder ein neuer Lebensabschnitt. Und ich weiß noch nicht so recht, ob ich lachen oder weinen soll.

In der Schwangerschaft war es für mich ganz selbstverständlich, dass ich nach einem Jahr Babypause – und Elterngeld – wieder anfange zu arbeiten. Dass das alles – dank Kitaplatz-Problematik – gar nicht so einfach ist, wie gedacht, habe ich dann nach den ersten fünf Absagen auch langsam realisiert. Und, dass mir das vielleicht auch gar nicht so leicht fallen wird, mein „kleines Baby“ in (zunächst) fremde Hände zu geben, dämmerte mir auch recht schnell nach der Geburt.

Plötzlich Working Mom und Kita-Kind

Nichtsdestotrotz. Der kleine Mann ist jetzt ein Kita-Kind und ich bald eine „Working Mom“. Einen Kita-Platz haben wir schlussendlich gefunden und auch ich freue mich darauf mich wieder mit Themen abseits des Kinder-Alltags beschäftigen zu können. Wehmütig bin ich trotzdem. Wehmütig, dass diese intensive Zeit mit meinem kleinen Mann dann doch so schnell vorbei gegangen ist, dass ich wahrscheinlich nie wieder so viel Zeit mit ihm verbringen werde. Wehmütig auch, weil ich die Freiheit geliebt habe, die mir die Elternzeit geboten hat. Natürlich ist das Leben mit einem kleinen Kind in großen Teilen fremdbestimmt. Trotzdem hatte ich die Freiheit den Alltag so zu gestalten, wie es sich für uns gut anfühlte.

Die vergangenen 14 Monate waren aber auch die bisher anstrengendsten in meinem bisherigen Leben. Mama-Sein ist ein 24/7-Job. Ohne Feierabend, ohne Wochenende, ohne Urlaub. Es gab Tage, da wäre ich liebend gern anstelle des Papas morgens in Büro gegangen. Tage, an denen ich mich gefragt habe, wie ich das eigentlich noch weitere sechs, sieben, acht Monate zu Hause aushalten soll. Ich habe mich bewusst dazu entschieden, viele Kurse für mich und den Kleinen zu machen – Rückbildungskurs, Babyschwimmen, Walking mit Baby in der Trage, Krabbelkurs, Pilates mit Kinderbetreuung – und mich regelmäßig mit anderen Mamas zu treffen. Ich brauchte den Austausch mit anderen, Gespräche mit Erwachsenen und Termine, die den Tag etwas strukturierten – so sehr ich die Freiheit auch mag.

Mehr Zeit für meine Ideen

Je weiter die Elternzeit fortschritt, desto mehr merkte ich aber auch, dass ich mal wieder Zeit brauche mich meinen eigenen Ideen zu widmen. Deshalb habe ich mich irgendwann entschieden, Zeit in den Aufbau dieses Blogs zu investieren. Zeit, die als Mama sowieso knapp ist. Aber ich habe Wege gefunden, abends, während der – zugegebenermaßen sehr kurzen – Schläfchen des kleinen Mannes und im Eltern-Kind-Büro des neuen Coworking-Space Cowoki in Köln. Ich habe gemerkt, wie gut es mir tut, mich auch einmal auf meine Ideen zu fokussieren und sie in die Tat umzusetzen. Ich hoffe sehr, dass ich  diese Energie auch noch aufwenden kann, wenn ich wieder in meinen bisherigen Job eingestiegen bin.

Also müsste die Freude doch groß sein, dass es nun bald endlich wieder „richtig“ los geht? Ja und Nein. Ich hätte einfach gerne beides, meinen kleinen Mann so viel wie möglich um mich, aber trotzdem Zeit für meinen Job und meine Ideen. Schwierig, ich weiß… Und wahrscheinlich spricht da auch die große Unsicherheit aus mir, weil ich noch nicht weiß, wie es werden wird. Wird sich der Kleine in der Kita wohlfühlen? Wird er sich auf die anderen Kinder und die Betreuerin freuen? Wird er sich nach einiger Zeit gut von mir trennen können? Werde ich dann gelassen und konzentriert im Büro sitzen können? Die Antworten kenne ich noch nicht. Und genau das macht mir vermutlich Bauchschmerzen.

Gelassenheit und Vertrauen

Wahrscheinlich brauche ich genau die Gelassenheit, die mir schon in der Elternzeit geholfen hat. Und ganz viel Vertrauen, in mich, in den kleinen Mann und in die Kita-Betreuerinnen. Schließlich haben es vor uns auch schon andere geschafft – blöder Spruch, aber manchmal doch ganz hilfreich. In jeden Fall werde ich – egal wie gut der neue Lebensabschnitt klappen wird – immer mit ganz viel Liebe, Glück und Wehmut auf diese tolle und intensive Zeit mit meinem kleinen Mann zurückblicken werde. Wir haben die Zeit sehr genossen. Und ich bin mir sicher: Das war vielleicht meine erste, aber bestimmt (und hoffentlich) nicht meine letzte Elternzeit.

Wie ging es euch am Ende eurer Elternzeit? Wie hat die Eingewöhnung und euer Wiedereinstieg geklappt?

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